Hitman: Dinner for one

Hitman zu spielen macht mich traurig. Nicht wegen der Geschehnisse auf dem Bildschirm. Es sind die Bilder, die mir nicht gezeigt werden, die mich betroffen machen.

Hitman ist ein Spiel über den einsamsten Menschen der Welt. Ein Mann ohne Zuhause, ohne Familie, ohne Freunde. Ein Mann ohne Hobbies, ohne Namen und ohne ein einziges Körperhärchen. Agent 47 ist die Modellbezeichnung für ein Mordwerkzeug, nicht für eine lebendige Person. Der Barcode im Nacken als Erinnerung daran, dass 47 nur ein Produkt ist, hergestellt von Menschen, die andere Menschen mit seiner Hilfe loswerden wollen. Kalt und gefühllos erledigt der auf strikten Gehorsam abgerichtete Klon sein Handwerk, doch was nach getaner Arbeit für ein Leben auf ihn wartet, wird verschwiegen.

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Inside: Außer Kontrolle

Die gleißenden Lichtkegel der Taschenlampen durchfluten das Buschwerk. Ziellos, fast panisch schwenken sie hin und her, unwissend, was sie eigentlich erleuchten sollen. Sie folgen nur der Angst ihrer Träger, die nach etwas jagen, das selbst vor markerschütternder Furcht rot glimmt und quiekt. Es ist eine undurchsichtige Szene, deren Intensität den Körper des fünfjährigen Jungen erstarren lässt, der ihr unbegleitet beiwohnt. Knapp 28 Jahre später erinnert sich dieser Junge an die Taschenlampen, an das rote Glimmen und das Quieken. Er erinnert sich an die Furcht, die ihn vor dem Fernseher erstarren ließ. Er erinnert sich daran, wie allein und überfordert er in diesem Moment war, aber auch, wie fasziniert von der Unheimlichkeit seiner Emotionen.

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