Sea of Thieves: Bereit zum Kentern!

Exklusiv für Xbox One: Das schönste Wasser aller Zeiten.

In diesem Spiel kann jeder alles sein: Pirat oder Piratin. Wer Schätze zu schätzen weiß, kann sich glücklich schätzen, denn es gibt sie hier. Man muss sie nur suchen.

Ich bin auf einem großen Schiff. Mit mir sind andere Freibeuter an Bord, die auch nach Schätzen suchen. Einer erzählt mir, dass die Freibeuterei ähnlich wie Freelancing sei, nur ohne Rechnung stellen und ohne die Angst, die eigenen nicht mehr bezahlen zu können. Er spielt dazu auf dem Schifferklavier die Titelmelodie von Wickie. Es ist ein sehr gutes Gespräch, auch wenn es nur in meinem Kopf stattfindet, weil niemand wirklich mit mir redet. Es ist eben eines dieser Spiele, die bestimmt sehr viel Spaß mit Freunden machen, in die man diese jedoch nicht mit reinziehen will, um die Freundschaft zu erhalten. Eine Zwickmühle.

Sea-of-Thieves-Water

Weil das Schiff so groß ist, muss jeder mit anpacken. Ich fahre den Anker aus. Wir müssen mehrere Minuten zur nächsten Insel schwimmen, weil ich das zu früh gemacht habe. Einer lässt sich mit der Kanone von Bord schießen und fliegt in hohem Bogen an uns halb ertrinkenden Wasserratten vorbei. Allgemeines Gelächter im Voice-Chat, wäre das hier ein Stream. Stattdessen betretene Stille.

Am Strand angekommen rasseln Skelette schon mit ihren Säbeln. Es sind die knöchernen Überreste jener Verschollenen, die ihre Verbindung zum Spiel längst verloren haben. Ich rassele zurück wie ein uneinsichtiger Säugling, und so unbeholfen fühle ich mich auch. Ich esse eine Banane. Anschließend kehre ich aus der Küche zurück und esse auch im Spiel eine Banane (anscheinend komplett mit Schale?!), während Kanonenkugel-Kalle das letzte Skelett erschießt. Ich zücke die Schaufel und grabe eine Weile, bis ich auf etwas Hartes stoße.

 

(Kurze Pause für schmutzige Assoziationen)

 

Doch ich darf die Schatzkiste (das Harte war eine Schatzkiste) noch nicht öffnen. Ich muss sie zurück zum Schiff bringen und bedauere die Sache mit dem Anker nun noch ein wenig mehr. Dieses Mal muss auch Kanonenkugel-Kalle schwimmen.

Sea-of-Thieves-4

Auf dem Rückweg taucht ein fremdes Schiff am Horizont auf. Ich bewundere noch einmal das schöne Wasser, während die Wellen brechen wie das Versprechen von einem grenzenlosen Piratenabenteuer. Dann wird es ungemütlich. Kalle feuert aus allen Rohren, aber diesmal nicht sich selbst. Er stirbt vor meinen Augen. Mit einem Eimer versuche ich das Wasser zurück ins Meer zu schütten, das durch die zahlreichen Einschusslöcher dringt. Gemeinsam mit unserem Schiff droht auch die Stimmung zu kippen.

          „Exklusiv für Xbox One!

                                              Exklusiv für Xbox One!

                                                                                  Exklusiv für Xbox One!“,

krächzt mir der Papagei auf meiner Schulter noch einmal unaufhörlich ins Ohr, kurz bevor ich zusammen mit meinem unergründeten Schatz auf den Meeresboden sinke.

Kanonenkugel-Kalle hat das Spiel verlassen.

Während meine Piraten-Ambitionen von der Strömung unwiederbringlich hinfort gerissen werden, lausche ich dem leisen Rauschen des Meeres, das mich daran zu erinnern versucht, dass es das schönste Meeresrauschen aller Zeiten ist. Dann schäle ich mir noch eine Banane und bin froh, dass wenigstens der Papagei zuvor mit abgesoffen ist.

 

 

 

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