The Legend of Zelda – Breath of the Wild: Zwischentöne

Manchmal erzeugen ausgerechnet jene Worte die größte Wirkung, die ungesagt bleiben. Link hat deshalb keinen Twitter-Account und postet auch keine Urlaubsfotos auf Insta. Er ist kein Selbstdarsteller, sondern Projektionsfläche für die schwindende Hoffnung der Bevölkerung Hyrules, die unter 100 Jahren Schreckensherrschaft zermürbt ihrem tristen Alltag nachgeht. Er ist der gute Freund, der immer zuhört. Ein Freund, der einem erst durch seine Abwesenheit begreifbar macht, dass man selbst eigentlich gar nichts von ihm weiß. Weiterlesen

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Super Smash Bros. Ultimate: Allein unter vielen

Jeder ist hier und du mittendrin. Die Musik, die aus dem Wohnzimmer in die Küche dröhnt, hinterlässt rhythmische Wellen in deinem halbgefüllten Plastikbecher. Es ist ein Lied, das dir seltsam bekannt vorkommt, auf dessen Namen du jedoch einfach nicht kommst. Jemand reicht dir ein Tablett mit süßen Häppchen, die – in allerlei Lebensmittelfarben getränkt – ihren wahren Inhalt nicht verraten. Du lehnst ab, doch deine Worte gehen in all dem Trubel unter, also nimmst du aus Höflichkeit doch etwas, das aussieht wie ein Muffin, der 99,4% des sRGB-Farbraums abdeckt. Du beißt hinein und alle sind hier. Nur du bist allein. Weiterlesen

(M)Ein Jahr ohne Superlevel

Eigentlich wäre es mein Wunsch gewesen, dass diese Seite hier gar nicht existiert. Es gibt sie nur, weil es eine andere nicht mehr geben sollte. Das Ende von Superlevel jährt sich in Kürze, wirklich akzeptiert habe ich es jedoch erst Monate später. Ich war davon überzeugt, dass die Einstellung der Seite einen schwerwiegenden Verlust bedeutete. Nicht für den deutschen Spielejournalismus, jedoch für die Wahrnehmung, wie unterschiedlich und vielfältig man auch hierzulande über das Thema Videospiele sprechen kann. Doch ein Jahr später fühlt sich dieser Verlust vielmehr wie ein ganz persönlicher und nicht mehr wie ein allgemeiner an. Weiterlesen

Sea of Thieves: Bereit zum Kentern!

Exklusiv für Xbox One: Das schönste Wasser aller Zeiten.

In diesem Spiel kann jeder alles sein: Pirat oder Piratin. Wer Schätze zu schätzen weiß, kann sich glücklich schätzen, denn es gibt sie hier. Man muss sie nur suchen.

Ich bin auf einem großen Schiff. Mit mir sind andere Freibeuter an Bord, die auch nach Schätzen suchen. Einer erzählt mir, dass die Freibeuterei ähnlich wie Freelancing sei, nur ohne Rechnung stellen und ohne die Angst, die eigenen nicht mehr bezahlen zu können. Er spielt dazu auf dem Schifferklavier die Titelmelodie von Wickie. Es ist ein sehr gutes Gespräch, auch wenn es nur in meinem Kopf stattfindet, weil niemand wirklich mit mir redet. Es ist eben eines dieser Spiele, die bestimmt sehr viel Spaß mit Freunden machen, in die man diese jedoch nicht mit reinziehen will, um die Freundschaft zu erhalten. Eine Zwickmühle.

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Floor Kids: Das erste Mixtape

Dass Subkulturen noch einmal ganz eigene Subkulturen haben können, geht in der breiten Wahrnehmung oftmals unter. Hiphop ist deshalb vor allem Smudo, der sich mit Bürger Lars Dietrich über Cros Maske auf Olli Geißens Chartshow-Couch unterhält. Oder ein studierter Philosoph mit ausgeprägtem Markenfimmel. Die anderen Elemente von Hiphop traten mit zunehmender Dekadenz immer weiter in den Hintergrund, weshalb DJs auch durch Macbooks ersetzt wurden und jede Wandkritzelei an der eigenen Häuserwand ein echter Banksy sein muss, der den Wert der urbanen Immobilie ins Unermessliche treibt. 35 Jahre nach The Message ist man doch irgendwie auch ein Stück weit satt. Weiterlesen

Celeste: Eine andere Geschichte

Ich war bei einem Freund zu Gast, da war ich 19, der hatte einen Keller vollgestellt mit Musikinstrumenten. Da war ein Schlagzeug, eine Gitarre, ein digitales Klavier und noch so kleinerer Nippes. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich nie versucht, ein Instrument zu spielen. Zwei Tage später fuhr ich mit meiner ersten EP in den Händen wieder heim.

Es war ein eher unscheinbarer Moment, als die Frage aufkam, ob ich nicht ein bisschen Musik machen wolle. Klar wollte ich das, aber ich konnte ja nichts. Das war aber in Ordnung. Ich fühlte mich nicht unter Druck gesetzt, jemandem in diesem Moment etwas beweisen zu müssen. Mir selbst vielleicht, aber das ließ ich mir nicht anmerken.

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Monster Hunter World: Karōshi

Er hält einen abgetrennten Elefantenschwanz in der Hand, während er zu gleichen Teilen stolz wie dümmlich Richtung Kamera blickt. Für jemanden, der im Leben nichts geleistet hat, ist es ein besonderer Moment, der festgehalten werden muss. Donald Trump Jr. hat einen Dickhäuter erlegt, einfach nur, weil er es konnte. Er wird sein Fleisch nicht braten, seine Haut nicht gerben und keine Klaviertasten aus seinen Stoßzähnen schnitzen. Er hat keine Verwendung für das getötete Tier. Da steht er nun, hält den Schwanz in die Linse als sei es sein eigener und denkt, er habe etwas Außerordentliches geleistet. Doch was er eigentlich jagt, wird ihm stets aufs Neue entrinnen.

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