Sea of Thieves: Bereit zum Kentern!

Exklusiv für Xbox One: Das schönste Wasser aller Zeiten.

In diesem Spiel kann jeder alles sein: Pirat oder Piratin. Wer Schätze zu schätzen weiß, kann sich glücklich schätzen, denn es gibt sie hier. Man muss sie nur suchen.

Ich bin auf einem großen Schiff. Mit mir sind andere Freibeuter an Bord, die auch nach Schätzen suchen. Einer erzählt mir, dass die Freibeuterei ähnlich wie Freelancing sei, nur ohne Rechnung stellen und ohne die Angst, die eigenen nicht mehr bezahlen zu können. Er spielt dazu auf dem Schifferklavier die Titelmelodie von Wickie. Es ist ein sehr gutes Gespräch, auch wenn es nur in meinem Kopf stattfindet, weil niemand wirklich mit mir redet. Es ist eben eines dieser Spiele, die bestimmt sehr viel Spaß mit Freunden machen, in die man diese jedoch nicht mit reinziehen will, um die Freundschaft zu erhalten. Eine Zwickmühle.

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Floor Kids: Das erste Mixtape

Dass Subkulturen noch einmal ganz eigene Subkulturen haben können, geht in der breiten Wahrnehmung oftmals unter. Hiphop ist deshalb vor allem Smudo, der sich mit Bürger Lars Dietrich über Cros Maske auf Olli Geißens Chartshow-Couch unterhält. Oder ein studierter Philosoph mit ausgeprägtem Markenfimmel. Die anderen Elemente von Hiphop traten mit zunehmender Dekadenz immer weiter in den Hintergrund, weshalb DJs auch durch Macbooks ersetzt wurden und jede Wandkritzelei an der eigenen Häuserwand ein echter Banksy sein muss, der den Wert der urbanen Immobilie ins Unermessliche treibt. 35 Jahre nach The Message ist man doch irgendwie auch ein Stück weit satt. Weiterlesen

Celeste: Eine andere Geschichte

Ich war bei einem Freund zu Gast, da war ich 19, der hatte einen Keller vollgestellt mit Musikinstrumenten. Da war ein Schlagzeug, eine Gitarre, ein digitales Klavier und noch so kleinerer Nippes. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich nie versucht, ein Instrument zu spielen. Zwei Tage später fuhr ich mit meiner ersten EP in den Händen wieder heim.

Es war ein eher unscheinbarer Moment, als die Frage aufkam, ob ich nicht ein bisschen Musik machen wolle. Klar wollte ich das, aber ich konnte ja nichts. Das war aber in Ordnung. Ich fühlte mich nicht unter Druck gesetzt, jemandem in diesem Moment etwas beweisen zu müssen. Mir selbst vielleicht, aber das ließ ich mir nicht anmerken.

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Monster Hunter World: Karōshi

Er hält einen abgetrennten Elefantenschwanz in der Hand, während er zu gleichen Teilen stolz wie dümmlich Richtung Kamera blickt. Für jemanden, der im Leben nichts geleistet hat, ist es ein besonderer Moment, der festgehalten werden muss. Donald Trump Jr. hat einen Dickhäuter erlegt, einfach nur, weil er es konnte. Er wird sein Fleisch nicht braten, seine Haut nicht gerben und keine Klaviertasten aus seinen Stoßzähnen schnitzen. Er hat keine Verwendung für das getötete Tier. Da steht er nun, hält den Schwanz in die Linse als sei es sein eigener und denkt, er habe etwas Außerordentliches geleistet. Doch was er eigentlich jagt, wird ihm stets aufs Neue entrinnen.

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Hitman: Dinner for one

Hitman zu spielen macht mich traurig. Nicht wegen der Geschehnisse auf dem Bildschirm. Es sind die Bilder, die mir nicht gezeigt werden, die mich betroffen machen.

Hitman ist ein Spiel über den einsamsten Menschen der Welt. Ein Mann ohne Zuhause, ohne Familie, ohne Freunde. Ein Mann ohne Hobbies, ohne Namen und ohne ein einziges Körperhärchen. Agent 47 ist die Modellbezeichnung für ein Mordwerkzeug, nicht für eine lebendige Person. Der Barcode im Nacken als Erinnerung daran, dass 47 nur ein Produkt ist, hergestellt von Menschen, die andere Menschen mit seiner Hilfe loswerden wollen. Kalt und gefühllos erledigt der auf strikten Gehorsam abgerichtete Klon sein Handwerk, doch was nach getaner Arbeit für ein Leben auf ihn wartet, wird verschwiegen.

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Inside: Außer Kontrolle

Die gleißenden Lichtkegel der Taschenlampen durchfluten das Buschwerk. Ziellos, fast panisch schwenken sie hin und her, unwissend, was sie eigentlich erleuchten sollen. Sie folgen nur der Angst ihrer Träger, die nach etwas jagen, das selbst vor markerschütternder Furcht rot glimmt und quiekt. Es ist eine undurchsichtige Szene, deren Intensität den Körper des fünfjährigen Jungen erstarren lässt, der ihr unbegleitet beiwohnt. Knapp 28 Jahre später erinnert sich dieser Junge an die Taschenlampen, an das rote Glimmen und das Quieken. Er erinnert sich an die Furcht, die ihn vor dem Fernseher erstarren ließ. Er erinnert sich daran, wie allein und überfordert er in diesem Moment war, aber auch, wie fasziniert von der Unheimlichkeit seiner Emotionen.

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South Park | Die rektakuläre Zerreißprobe: Der Tyrann

Als ich in die 7. Klasse kam, gab es dort einen Jungen, der war ein ziemlich großes Arschloch. Er machte sich über die Äußerlichkeiten und Unsicherheiten seiner Mitschülerinnen und Mitschüler lustig, zog als mäßig begabter Klassenclown den Zorn der Lehrkräfte auf sich und fand es zudem unterhaltsam, gelegentlich mit dem Hitlergruß zu provozieren. Ein paar Monate vergingen, der Junge fing das Rauchen an, versengte die Haarspitzen einer Mitschülerin mit einem Benzinfeuerzeug und plötzlich traf ich ihn im Wartezimmer meines Psychotherapeuten wieder. Zum ersten Mal stumm, zum ersten Mal ängstlich und erschrocken, als hätte ich ihn ertappt und seinen schützenden Vorhang weggerissen. In den kommenden Wochen wurde uns beiden klar, dass wir mit ganz ähnlichen Problemen zu kämpfen hatten, mit diesen jedoch sehr unterschiedlich umgingen. Wir wurden Freunde, für eine gewisse Zeit zumindest, bis er schließlich von der Bildfläche verschwand.

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