Call of Duty WWII: Nur ein Zahnrad

Ich weiß jetzt auch nicht, welcher Weltkrieg der bessere war, aber in der Musik spricht man gerne vom schwierigen zweiten Album und so fühlt sich Call of Duty WWII an. Nachdem sich die Konkurrenz im vergangenen Jahr mit der historisch eher freien Interpretation der Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts ein goldenes Näschen verdient hatte und der eigene Krieg der Zukunft so steril und ausgehöhlt daherkam, dass Großaktionäre eine Gewinnwarnung fürchten mussten, kehrt man dieses Jahr also zu den eigenen Wurzeln zurück. Plötzlich brüllt da wieder ein behelmter Mann mit Kautabakfahne Durchhalteparolen im Kugelhagel, es öffnen sich die gepanzerten Luken der Landungsboote und wie ein älteres Ehepaar, das jedes Jahr dasselbe Hotel im Schwarzwald bucht, weiß man genau, was einen jetzt erwartet.

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Deus Ex Mankind Divided: Schwule Frösche

Manchmal sieht man Menschen mit einer Google-Glass-Brille oder einer Apple-Watch-Armbanduhr die andere Straßenseite entlang laufen und findet das irgendwie befremdlich. Man stellt sich unweigerlich vor wie es wohl wäre, wenn man einfach all diese elektronisch erweiterten, doch seltsam leeren Seelengefäße in einem osteuropäischen Ghetto zusammenpferchen und ihren Lebenswandel stigmatisieren würde. Eidos Montreal nahm sich diese unrühmliche Prämisse  einer verworfenen South-Park-Episode zur Brust und schrieb Deus Ex: Mankind Divided auf das fertige Produkt. Dessen mechanische Apartheid war im vergangenen Jahr ähnlich politisch aufgeladen wie es der Nazitötungssimulator Wolfenstein 2 heute ist. Doch während dieser sich gerade ähnlich explosiv entlädt wie ein Smartphone-Akku von Samsung, klebt Adam Jensen noch immer mit seiner gecremten Wange an einer Metallkiste und traut sich nicht aus seinem Versteck hervor. Aus Angst, er könnte jemanden verletzen.

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