What remains of Edith Finch: Treibsand

Es sind die Menschen, die man am besten zu kennen glaubt. Die eigene Familie. Sie ist gleichzeitig das stabilste und fragilste Beziehungsmodell. Eines, das sich nicht einfach lösen lässt, weil Blut ja so viel dicker ist als Wasser. Aber auch eines, das auf über Generationen hinweg gepflegte Schutzbehauptungen und kollektivem Schweigen aufgebaut ist. Bis man herausfindet, dass die Menschen, die man am besten zu kennen glaubte, nicht die Menschen sind, für die man sie ein Leben lang hielt. Familie ist Treibsand und Edith Finch hat keine Angst, in ihm zu versinken. Weiterlesen

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Sea of Thieves: Bereit zum Kentern!

Exklusiv für Xbox One: Das schönste Wasser aller Zeiten.

In diesem Spiel kann jeder alles sein: Pirat oder Piratin. Wer Schätze zu schätzen weiß, kann sich glücklich schätzen, denn es gibt sie hier. Man muss sie nur suchen.

Ich bin auf einem großen Schiff. Mit mir sind andere Freibeuter an Bord, die auch nach Schätzen suchen. Einer erzählt mir, dass die Freibeuterei ähnlich wie Freelancing sei, nur ohne Rechnung stellen und ohne die Angst, die eigenen nicht mehr bezahlen zu können. Er spielt dazu auf dem Schifferklavier die Titelmelodie von Wickie. Es ist ein sehr gutes Gespräch, auch wenn es nur in meinem Kopf stattfindet, weil niemand wirklich mit mir redet. Es ist eben eines dieser Spiele, die bestimmt sehr viel Spaß mit Freunden machen, in die man diese jedoch nicht mit reinziehen will, um die Freundschaft zu erhalten. Eine Zwickmühle.

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Celeste: Eine andere Geschichte

Ich war bei einem Freund zu Gast, da war ich 19, der hatte einen Keller vollgestellt mit Musikinstrumenten. Da war ein Schlagzeug, eine Gitarre, ein digitales Klavier und noch so kleinerer Nippes. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich nie versucht, ein Instrument zu spielen. Zwei Tage später fuhr ich mit meiner ersten EP in den Händen wieder heim.

Es war ein eher unscheinbarer Moment, als die Frage aufkam, ob ich nicht ein bisschen Musik machen wolle. Klar wollte ich das, aber ich konnte ja nichts. Das war aber in Ordnung. Ich fühlte mich nicht unter Druck gesetzt, jemandem in diesem Moment etwas beweisen zu müssen. Mir selbst vielleicht, aber das ließ ich mir nicht anmerken.

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Monster Hunter World: Karōshi

Er hält einen abgetrennten Elefantenschwanz in der Hand, während er zu gleichen Teilen stolz wie dümmlich Richtung Kamera blickt. Für jemanden, der im Leben nichts geleistet hat, ist es ein besonderer Moment, der festgehalten werden muss. Donald Trump Jr. hat einen Dickhäuter erlegt, einfach nur, weil er es konnte. Er wird sein Fleisch nicht braten, seine Haut nicht gerben und keine Klaviertasten aus seinen Stoßzähnen schnitzen. Er hat keine Verwendung für das getötete Tier. Da steht er nun, hält den Schwanz in die Linse als sei es sein eigener und denkt, er habe etwas Außerordentliches geleistet. Doch was er eigentlich jagt, wird ihm stets aufs Neue entrinnen.

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Hitman: Dinner for one

Hitman zu spielen macht mich traurig. Nicht wegen der Geschehnisse auf dem Bildschirm. Es sind die Bilder, die mir nicht gezeigt werden, die mich betroffen machen.

Hitman ist ein Spiel über den einsamsten Menschen der Welt. Ein Mann ohne Zuhause, ohne Familie, ohne Freunde. Ein Mann ohne Hobbies, ohne Namen und ohne ein einziges Körperhärchen. Agent 47 ist die Modellbezeichnung für ein Mordwerkzeug, nicht für eine lebendige Person. Der Barcode im Nacken als Erinnerung daran, dass 47 nur ein Produkt ist, hergestellt von Menschen, die andere Menschen mit seiner Hilfe loswerden wollen. Kalt und gefühllos erledigt der auf strikten Gehorsam abgerichtete Klon sein Handwerk, doch was nach getaner Arbeit für ein Leben auf ihn wartet, wird verschwiegen.

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South Park | Die rektakuläre Zerreißprobe: Der Tyrann

Als ich in die 7. Klasse kam, gab es dort einen Jungen, der war ein ziemlich großes Arschloch. Er machte sich über die Äußerlichkeiten und Unsicherheiten seiner Mitschülerinnen und Mitschüler lustig, zog als mäßig begabter Klassenclown den Zorn der Lehrkräfte auf sich und fand es zudem unterhaltsam, gelegentlich mit dem Hitlergruß zu provozieren. Ein paar Monate vergingen, der Junge fing das Rauchen an, versengte die Haarspitzen einer Mitschülerin mit einem Benzinfeuerzeug und plötzlich traf ich ihn im Wartezimmer meines Psychotherapeuten wieder. Zum ersten Mal stumm, zum ersten Mal ängstlich und erschrocken, als hätte ich ihn ertappt und seinen schützenden Vorhang weggerissen. In den kommenden Wochen wurde uns beiden klar, dass wir mit ganz ähnlichen Problemen zu kämpfen hatten, mit diesen jedoch sehr unterschiedlich umgingen. Wir wurden Freunde, für eine gewisse Zeit zumindest, bis er schließlich von der Bildfläche verschwand.

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Assassin’s Creed Origins: Gähn wie ein Ägypter

In Zeiten vermehrter Burnout-Erkrankungen ist es besonders wichtig, auf seinen Körper zu hören. Aus diesem Grunde habe ich es sehr begrüßt, dass sich Assassin’s Creed im vergangenen Jahr ein wohlverdientes und dringend notwendiges Sabbatical gegönnt hat, um wieder zu Kräften zu kommen. Ein überfälliger Schritt, wirkte die Reihe doch bereits zu Unity-Zeiten abgekämpft, fahrig und zunehmend überfordert von der eigenen Anspruchshaltung. Zurückgekehrt ist sie nun als Assassin’s Creed Origins, einer Rückbesinnung auf die alten Stärken. Frisch erholt und wieder richtig motiviert. Kolleginnen und Kollegen kommen ins Büro geströmt und umarmen sie ganz herzlich. In ihren müden Augen glimmt die Bewunderung für den Mut und die Kraft, die das Eingeständnis der eigenen Verwundbarkeit umwehen. Ein Neuanfang, der sich gut anfühlt. Bis die Erkenntnis eintritt, dass man gerade in denselben Job zurückgekehrt ist, der überhaupt erst zu diesem kritischen Erschöpfungszustand geführt hat.

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