Super Smash Bros. Ultimate: Allein unter vielen

Jeder ist hier und du mittendrin. Die Musik, die aus dem Wohnzimmer in die Küche dröhnt, hinterlässt rhythmische Wellen in deinem halbgefüllten Plastikbecher. Es ist ein Lied, das dir seltsam bekannt vorkommt, auf dessen Namen du jedoch einfach nicht kommst. Jemand reicht dir ein Tablett mit süßen Häppchen, die – in allerlei Lebensmittelfarben getränkt – ihren wahren Inhalt nicht verraten. Du lehnst ab, doch deine Worte gehen in all dem Trubel unter, also nimmst du aus Höflichkeit doch etwas, das aussieht wie ein Muffin, der 99,4% des sRGB-Farbraums abdeckt. Du beißt hinein und alle sind hier. Nur du bist allein. Weiterlesen

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Floor Kids: Das erste Mixtape

Dass Subkulturen noch einmal ganz eigene Subkulturen haben können, geht in der breiten Wahrnehmung oftmals unter. Hiphop ist deshalb vor allem Smudo, der sich mit Bürger Lars Dietrich über Cros Maske auf Olli Geißens Chartshow-Couch unterhält. Oder ein studierter Philosoph mit ausgeprägtem Markenfimmel. Die anderen Elemente von Hiphop traten mit zunehmender Dekadenz immer weiter in den Hintergrund, weshalb DJs auch durch Macbooks ersetzt wurden und jede Wandkritzelei an der eigenen Häuserwand ein echter Banksy sein muss, der den Wert der urbanen Immobilie ins Unermessliche treibt. 35 Jahre nach The Message ist man doch irgendwie auch ein Stück weit satt. Weiterlesen

Celeste: Eine andere Geschichte

Ich war bei einem Freund zu Gast, da war ich 19, der hatte einen Keller vollgestellt mit Musikinstrumenten. Da war ein Schlagzeug, eine Gitarre, ein digitales Klavier und noch so kleinerer Nippes. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich nie versucht, ein Instrument zu spielen. Zwei Tage später fuhr ich mit meiner ersten EP in den Händen wieder heim.

Es war ein eher unscheinbarer Moment, als die Frage aufkam, ob ich nicht ein bisschen Musik machen wolle. Klar wollte ich das, aber ich konnte ja nichts. Das war aber in Ordnung. Ich fühlte mich nicht unter Druck gesetzt, jemandem in diesem Moment etwas beweisen zu müssen. Mir selbst vielleicht, aber das ließ ich mir nicht anmerken.

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SteamWorld Dig 2: Kein Hundeleben

Immer, wenn ich einen Hund auf einer Wiese wie wild buddeln sehe, bin ich etwas neidisch auf ihn. Einerseits natürlich, weil ich gern ein Hund und somit immer glücklich und beliebt wäre. Insbesondere, wenn ich zu einer der populäreren Rassen gehören würde, wie Labrador oder diese ganz dünnen, die man früher an die Innenwände von Pyramiden gemalt hat. Andererseits auch einfach, weil graben ziemlich geil ist und meine zarten Pianistenhände dazu nicht taugen. Darum bin ich sehr gerne Dorothy, die dampfbetriebene Roboterin aus SteamWorld Dig 2. Sie ist fast so beliebt wie ein Bernhardiner und geht runter wie Öl. Im Sinne von tief runter unter die Erde, wo die schweren Gesteinsschichten dann Erdöl aus Fossilien pressen und…  das ist in etwa SteamWorld Dig 2!

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